
Eine konkrete Erfahrung zum Thema Gebet für Kranke erlebte der CVJM Sekretär Ruedi Schüppach, der im Berner Oberland ein Haus der Stille (www.laebeshuus.ch) leitet. Er berichtet selber:
"Schon viele Jahre hatte ich mit Schmerzen in den Beckenknochen gelebt. Ich dachte, es seien Altersbeschwerden, vielleicht sogar Nachwehen meiner Rachitis-Erkrankung als Kleinkind. Als ich endlich zum Arzt ging, schien alles in Ordnung zu sein. Erst als meine Blutwerte aus dem Labor kamen, schlug er Alarm und schickte mich sofort zum Urologen. Der hatte denn auch gleich die Diagnose: Prostatakrebs mit Metastasen. Auf Grund seiner Erfahrung und den sehr hohen negativen Blutwerten musste ich mit meinem baldigen Ableben rechnen. So machte ich mich daran, mein Haus zu bestellen. Mir kam dieses Zugehen auf das Sterben wie die Vorbereitung auf eine grosse Reise vor und eigentlich freute ich mich darauf, bald daheim zu sein.
So liess ich auch nicht mit mir beten. Zudem waren soeben zwei Freunde trotz vielem Gebet an Krebs gestorben. Dann ergab sich die Möglichkeit zu einem, wie ich meinte, letzten seelsorgerlichen Gespräch. Nebst all dem vielen Guten, das da gesprochen und gebetet wurde, blieben mir zwei Dinge haften: Nicht der Krebs soll über mein Leben bestimmen, sondern Jesus. Dazu kam noch ein prophetisches Bild von einem gefällten Baum und dem Eindruck, ich solle feindselig aus dem Verkehr gezogen werden. Wir haben über diesem Angriff auf mein Leben gebetet. In dem Moment hörte ich innerlich einen Vers aus einem Mosaiklied der Jesus-Bruderschaft, der Vertonung von Ps 13: „... dass der Feind sich nicht rühme, er habe mich gefällt, Jesus, du bist der Sieger, der mich auf ewig hält.“ In meinen anschliessenden Tagen der Stille, wiederholte sich eine Verheissung aus Ps. 118, die ich schon früher ein paar Mal bekommen hatte: „Ich werde nicht sterben, ich werde leben und die Taten des Herrn verkündigen.“
Am Schluss dieser Einkehrzeit besuchten wir noch zusammen einen Heilungsgottesdienst in Winterthur. Da wurde vor der Verkündigung plötzlich ganz spontan für Leute im Raum gebetet mit Knochenproblemen. Da gehörte ja auch ich dazu. Meine Schmerzen verschwanden schlagartig, ohne dass mir jemand die Hände aufgelegt oder mich gesalbt hätte. Seither kann ich wieder ohne Schmerztabletten leben. Als dazu aufgerufen wurde, sich wieder neu zu weihen für den Dienst, habe ich dankbar diesen Segnungsdienst in Anspruch genommen. Seither haben sich die Blutwerte von Monat zu Monat halbiert, bis sie sich auf einem ganz tiefen Niveau eingependelt haben. Ein Wunder ist geschehen.
Das Gebet für Kranke ist für mich selbstverständlich. Wir haben dabei schon viel wunderbares Eingreifen Gottes erlebt. Daneben gab es aber auch immer wieder Leute, die nicht geheilt wurden. In meinem Fall ist besonders, dass ich selber die Heilung nicht gesucht und auch nicht dafür geglaubt habe. Meine Freunde aber schon. Es waren nebst Gott auch noch viele Geschwister an meinem Heilungsprozess beteiligt. Von der medizinischen Seite gab es weder Chemotherapie noch Operation, sondern eine Hormonbehandlung und Infusionen für die angeschlagenen Knochen. „Sie haben ungewöhnlich gut auf die Behandlung angesprochen“, sagt der Arzt und staunt. Ich kann darauf nur sagen: Es ist Gott, der mich anscheinend noch ein wenig auf dieser Erde lassen und hier gebrauchen will. " zurück